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„Verletzlichkeit aber auch die Präsenz einer Kraft und Leidenschaft“

„Verletzlichkeit aber auch die Präsenz einer Kraft und Leidenschaft“

Gespräch mit
→ Irina Prager

Welche Ausbildung hast du absolviert und wo?

Ich habe am Musischen Gymnasium Salzburg mein Abitur mit Schwerpunkt Kunst abgeschlossen. Aktuell bin ich im Master Studium an der HAW Hamburg, dort habe ich auch meinen Bachelor gemacht.

Mit welchem Medium arbeitest du primär? Welche Technik und Materialien verwendest du dabei?

Meine bevorzugte Technik ist die Ölmalerei. Meistens fange ich mit Acrylfarbe an das Bild aufzubauen um schnell Änderungen vornehmen zu können und wechsle dann zur Ölfarbe, die ich klassisch mit Pinsel auftrage. In den meisten Fällen arbeite ich auf Leinwand, selten Papier.

Was motiviert oder inspiriert dich dazu, eine Arbeit anzufertigen? Planst du alles im Detail oder lässt du den Prozess auf dich zukommen?

Ich war schon immer beeindruckt von klassischer, figurativer Malerei. Speziell die Präzision und der Einsatz von Farbe, die eine große Bedeutung für meine Arbeit spielt, faszinieren mich. Thematisch fließen verschiedenste Dinge ein. Das geht von alltäglichen Beobachtungen, zum Beispiel wie das Licht einem Objekt einen leuchtenden, satten Farbrand verleiht zu Themen, die wiederkehrend auftauchen wie Jugend, innere Zustände und das Verhältnis Mensch zu Umwelt. Am Ende ist die Motivation eine Mischung aus der Lust am Malen und dem Suchen nach Motiven, die inhaltlich spannend sind. Die Vorgehensweise ist momentan recht ähnlich, verändert sich aber immer wieder etwas. Zur Zeit mag ich es Motive zu planen. Dabei verfremde ich Fotoreferenzen, die ich unter dem Aspekt der Komposition zusammenbaue und farblich verändere. Beim Malen achte ich darauf mir die Freiheit zu lassen vom Geplanten abzuweichen und weiß auch, dass ich in Bezug auf die Farbe dazu neige manches zu verstärken, anderes abzuschwächen. Am Ende wird eine digitale Referenz zur haptischen Malerei, weshalb auch der Strich des Pinsels und die Oberfläche eine wichtige Rolle spielen.

Wie ordnest du deine Arbeiten ein? Gibt es einen Zeitbezug? Wie steht deine Arbeit im Kontext zu zeitgenössischer Kunst?

Eine total spannende Frage… Da ich figurativ und realistisch arbeite habe ich das Gefühl eine Position zu vertreten, die momentan wenig gegenwärtig ist. Gleichzeitig denke ich, dass sich manche Menschen nach der Figuration sehnen. Das soll keine Wertung sein, ich denke, beides hat seine Berechtigung und befruchtet einander. Ich kann mir momentan nicht vorstellen abstrakt zu arbeiten und möchte meine Technik weiter verschärfen. So gesehen reihe ich mich in eine akademische Malweise ein, wobei meine Motivik aktuelle Bezüge hat. Auch meine eher kalte Farbpalette, die stark digital beeinflusst ist empfinde ich als eine moderne Auseinandersetzung.

Was gibst du deinen Arbeiten mit auf den Weg? Welche Emotionen transportierst du?

Ich hoffe meine Arbeiten schaffen einen Raum, der den Betrachtenden mit der eigenen Gefühlswelt konfrontiert und in der jede Person eigene Erfahrungen und Themen wiederfindet, die eventuell noch nicht verarbeitet sind. Für mich ist es eine Öffnung, das Zeigen von Verletzlichkeit aber auch die Präsenz einer Kraft und Leidenschaft.

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